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14
Dez

AI Masters 2019 – Interview Dirk Ploss

Dirk PlossWas macht eigentlich ein Technologie-Scout? Was ist deine Aufgabe bei Beiersdorf?

Meine drei Hauptverantwortungsbereiche sind Scouting und Zusammenarbeit mit Startups, Prototyping neuer digitaler Technologien und die Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen.

Wo genau kommt die Künstliche Intelligenz ins Spiel?

An allen drei Stellen. So haben wir dieses Jahr schon mehrere Piloten mit Startups umgesetzt, bei denen KI zum Einsatz kommt, beispielsweise bei der massenhaften Analyse von Kundenbewertungen. Auch bei den digitalen Geschäftsmodellen kommen wir an KI nicht vorbei, so entwickeln wir derzeit zum Beispiel einen Baby-Chatbot, der alle – auch natursprachlichen – Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt und Kinderpflege beantworten soll.

In welcher Situation hattest du dein prägendstes Erlebnis im Zusammenhang mit KI und was war das?

Das war mit 15 Jahren (also verdammt lange her), da hatte ich auf meinem Commodore C-64 (ein Heimcomputer der 80er Jahre) eine Umsetzung des alten Weizenbaum-Programms ELIZA (im Original aus dem Jahr 1966). Ich war total fasziniert, wie die Maschine offenbar meine Eingaben „verstehen“ und Nachfragen stellen konnte. Natürlich weiß ich heute, dass es sich hier eher um eine KI-Simulation handelte, doch beeindruckend war es in jedem Fall.

Ist Deutschland ein guter Standort für Unternehmen, die KI entwickeln (wollen)?

Ja, da vertraue ich auf die Forschungs- und Entwicklungstradition in Deutschland, die dafür sorgen kann, dass wir nicht völlig den Anschluss an China, die USA und Israel verlieren. Allerdings wird es kein ganz einfacher Weg.

Fünf Jahre in die Zukunft gedacht: Wo wird der Einsatz von KI bereits selbstverständlich sein?

Fast überall – ich glaube, dass nahezu alle Lebensbereiche und Branchen sehr tief von KI durchdrungen werden. Das ist einfach eine Frage der Effizienz; was eine Maschine kann, kann sie im Zweifel schneller und besser als der Mensch.

Was erwartest du von der AI Masters?

Spannende Insights und vor allem gute Gespräche über den Praxiseinsatz und die Horizonte der Entwicklung.